Sonntag, 16. April

Als wir gestern den Wetterbericht gelesen haben, stand für uns fest: Morgen machen wir eine Wanderung! Wie vorhergesagt, ist heute ein Bilderbuchwetter. Nach dem Frühstück schnüren wir unsere Wanderschuhe, der Rucksack ist  schnell gepackt und ab geht die Post. Als Ziel haben wir uns die Punta Baffa ausgesucht, die Spitze einer Felsnase, die weit ins Meer hinausragt. Es ist ein wunderschöner Weg, der uns stetig ansteigend in die Höhe führt. An der Spitze der Punta Baffa steht noch ein Turm, der in alten Zeiten wohl zur Beobachtung der Umgebung gedient haben mag. Es ist eine wunderschöne Stimmung, die Bienen summen, Wacholder und Lavendel blühen und die Luft duftet würzig nach dem Harz der Kiefern. Der Rückweg führt uns über Riva Trigoso, dort kehren wir in eine Osteria ein, die auch von Einheimischen stark besucht ist. Man verwöhnt uns mit Meeresfrüchten aller Art, der Rest des Rückweges gerät dadurch etwas beschwerlich. Den späten Nachmittag verbringen wir in der Sonne am Womo.
Unterwegs zur Punta Baffa
Unterwegs zur Punta Baffa
Blick auf den Golf von Tiguillo
Blick auf den Golf von Tiguillo
Blühender Lavendel
Blühender Lavendel
Torre Punta Baffa
Torre Punta Baffa
Antipasti Misto Mare
Antipasti Misto Mare

Montag, 17. April

Auch heute erfreuen wir uns am schönen Wetter und starten zu einer Tour nach Chiavari, einer Kleinstadt, zwölf Kilometer von Sestri Levante entfernt. Chiavari, ebenfalls am Mittelmeer gelegen, erfreut das Auge durch eine gelungene Architektur, die Altstadt mit schönen Arkadengängen und nicht zu vergessen Geschäften, die sich sowohl durch ihr Äußeres als auch durch ihr Angebot ins Auge springen. Besonders hervor heben sich viele Bäckereien und Pasticcerien, die durch ihr besonderes Angebot an Brot, Focaccia und Pizza als auch durch diverse Kreationen  von süßem Gebäck bestechen…
Marktplatz
Marktplatz
Arkaden
Arkaden
Angebot an Dolci
Angebot an Dolci
Alte Pasticceria
Alte Pasticceria

Dienstag, 18. April

Wir verlassen Sestri Levante um halb zehn. Um zwei Uhr erreichen wir Agay bei St. Raphael an der Côte d‘Azur. Hier haben wir vor zweiundfünzig Jahren unseren ersten gemeinsamen Urlaub in einem kleinen Hotel gemacht. Das Hotel gibt es heute noch, aber durch Umbaumaßnahmen hat es seinen ursprünglichen Charme verloren. Auf dem Campingplatz „Le Rive d‘Agay“ haben wir mit den Kindern häufig die Osterferien verbracht. Hier hat sich nicht so viel verändert - man hat sich allerdings vergrößert und setzt jetzt mehr auf kleine Ferienhäuser als auf Camper. Am späten Nachmittag gehen wir zum Strand, stapfen durch den Sand und schwelgen in Erinnerungen. 
Unser Stellplatz an der französischen Mittelmeerküste
Unser Stellplatz an der französischen Mittelmeerküste
Die Bucht von Agay
Die Bucht von Agay
Am Strand
Am Strand

Mittwoch, 19. April

Das Esterel-Gebirge erstreckt sich zwischen Cannes und St.Raphael und trennt die Côte d‘Azur vom Hinterland. Es schützt die Küstenregion vor den kalten Winden aus dem Zentralmassiv und sorgt hier für ein allseits geschätztes mildes Klima. Wir machen uns auf zu einer Wanderung durch dieses von Wanderwegen durchzogenes Gebiet, doch zunächst haben wir Schwierigkeiten, unseren alten Einstieg in die Bergwelt zu finden - alles ist von Touristensiedlungen zugebaut. Wir sehen diese Landschaftszersiedlung sehr kritisch, zerstört doch diese extensive Inanspruchnahme der Natur wertvolle Flächen für Flora und Fauna. Schließlich finden wir doch den richtigen Weg und sind von der uns umgebenden Gebirgswelt begeistert. Es wachsen Korkeichen, Wacholderbüsche, Lavendel und Myrte. Der Grenouillet schlängelt sich durch die Schlucht, die er in jahrtausendjähriger Arbeit in den Fels gefräst hat. Gespeist wird er durch die Zuflüsse aus dem Gebirge, An einer gefassten Quelle können wir uns erfrischen. Ein kleines Picknick schließt unsere Wandertour ab.
Im Esterel Gebirge
Im Esterel Gebirge
Blühende Bäume
Blühende Bäume
Der Grenouillet
Der Grenouillet
Gefasste Quelle
Gefasste Quelle
Picknick im Grünen
Picknick im Grünen

Freitag, 21. April

St. Raphael ist ein Badeort an der französischen Mittelmeerküste, etwa zehn Kilometer von Agay entfernt. Heute Morgen ist es bedeckt, wir beschließen, mit dem Motorrad entlang der Corniche, der Küstenstraße, nach St. Raphael zu fahren. Rechts und links ist die Corniche von Villen mit hohen Zäunen gesäumt. Das Meer bekommt man nur gelegentlich zu sehen. Anders in St. Raphael - hier bestimmen riesige Hafenanlagen für private Segelyachten das Bild. In der kleinen Altstadt gibt es heimelige Plätze, die Romanische Kirche San Rafeu, im zwölften Jahrhundert im provençalischen Stil errichtet, bietet heute dem archäologischen Museum Unterkunft. Die Basilika Notre-Dame de la Victoire aus dem 19. Jahrhundert erinnert an den Sieg über die Türken. Heute, am Ende des Ramadan, feiern viele Muslime das Zuckerfest hier am Strand. Die Sonne hat sich mittlerweile durchgesetzt und wir trinken unseren Kaffee am lauschigen Marché République.
Am Marché République
Am Marché République
Alte romanische Kirche San Rafeu
Alte romanische Kirche San Rafeu
Blick auf die Basilika Notre-Dame de la Victoire
Blick auf die Basilika Notre-Dame de la Victoire
Sandkunst am Strand
Sandkunst am Strand

Samstag, 22. April

Nach dem Einkauf im Hypermarché Leclerq, der auf geschätzt mehrere tausend Quadratmetern alle Konsumentenwünsche vom Rasenmäher bis zum Schwertfischfilet befriedigt, beschließen wir, noch einen Wandertourabstecher ins Esterelgebirge zu machen. Heute umrunden wir den Col de Barbe, ein Unterfangen, das zunächst einfacher schien, als die Wirklichkeit sich darbietet. Grober und feiner Schotter gemischt, an abschüssigen Gefällstrecken wie an steilen Aufstiegen. Wenn nicht immer wieder diese tollen Ausblicke wären, könnte man leicht die Lust verlieren. Am Ende der Tour entdecken wir noch ein Denkmal für die Besatzung eines amerikanischen Flugzeuges, junge Männer, die - von einem deutschen Jagdflugzeuges abgeschossen - zu Tode gekommen sind. Die Geschichte holt uns immer wieder ein…
Im Gebirge
Im Gebirge
Kleine Pause
Kleine Pause
Memorial
Memorial