Da wir das Wattenmeer noch etwas näher kennenlernen wollen, haben wir unseren Standort leicht verlagert. Seit heute Morgen stehen wir auf einem Bauernhof der Nordseehalbinsel Nordstrand. Der Hof ist
mittlerweile zu einem Wohnmobilstellplatz umfunktioniert und ein richtiges Naturcamp. Wir sind umgeben von Marschland, ein kleiner Teich liegt direkt vor unserer Womo-Tür, in den eingrenzenden Hecken
des Platzes finden sich allerlei Vögel, es ist ein ständiges Gezwitscher und Gezirpe. Auf dem Holzzaun, der den Teich aus Sicherheitsgründen umgibt, hat sich die Nachkommenschaft eines
Rauchschwalbenpaares versammelt und lässt sich von den Eltern füttern. Apropos füttern: Der Platzbetreiber ist sehr um unser Wohlergehen besorgt und bietet neben dem Brötchenservice an zwei Tagen in
der Woche fangfrische Fischbrötchen zum Abendbrot an.
Unser Stellplatz auf dem Bauernhof
Natur pur
Hungrige Vogelschar
Deichbewohner
Marschbewohner
Abendbrot
Dienstag, 28. Juni
Gestern hat es den ganzen Tag geregnet. Wir haben den Tag genutzt, um uns in die mitgebrachten Bücher zu vertiefen. Heute ist der Himmel wieder blau, die Sonne scheint, und wir fahren zum Fährhafen ,
um auf Halligtour zu gehen. Vor unserer Haustüre liegen diverse Halligen, unser Schiff wird durch die Halligenwelt schippern und uns zur Hallig Gröde bringen. Wir sitzen auf dem Panoramadeck, die
Nordsee glitzert, die Fahrt geht vorbei an der Insel Pellworm und den Halligen Südfall, Nordstrandischmoor, Süderoog und Hamburger Hallig. Am Anleger von Hallig Gröde gehen wir an Land und wandern
durch die Salzwiesen zur Warft, auf der drei Familien, insgesamt neun Personen, wohnen. Man lebt von der Viehzucht, Schafe und Rinder, und vom Tourismus. Weiter geht die Tour zu den Seehundbänken.
Unterwegs wird das Schleppnetz für den Seetierfang ausgeworfen. Das Ergebnis erläutert der sachkundige Guide mit mit Witz und Charme. Auf den Seehundbänken räkeln sich die Robben in der Sonne. Nicht
nur aus Gründen der Gemütlichkeit - sie benötigen aus gesundheitlichen Gründen hohe Dosen des Vitamin D. Gegen sechs Uhr erreichen wir wieder den Heimathafen - eine interessante und lehrreiche
Exkursion ist zu Ende.
Hallig Hamburg
Leuchtturm Insel Pellworm
Hallig Gröde: Salzwiesen und Warft
Warfthäuser
Rotschenkel
Seetierfang: Standkrabbe
Garnele
Kleine Scholle
Altersübergreifender Unterricht
Robbenbank
Vitaminspritze
Beobachterin
Mittwoch, 29. Juni
Nach dem Frühstück machen wir uns auf, um das Naturschutzgebiet Beltringharder Koog zu erradeln. Wir nehmen eine Fahrrad-Rundstrecke, die uns über Lüttmoorsiel bis zur Hamburger Hallig und zurück
nach Nordstrand führt. In Lüttmoorsiel nehmen wir an einer „Vogelkieck“ - Wanderung teil, die vom örtlichen Naturschutzbund organisiert wird. Von der Leiterin der Exkursion erfahren wir
allerhand Wissenswertes über die Vogelwelt im Wattenmeer. Beim Rundgang am Lüttmoorsiel sehen wir Rotschenkel, Säbelschnäbler, Sandregenpfeifer, Kiebitze und einen Haubentaucher der in seinem Nest
brütet.
Säbelschnäbler
Kiebitzküken
Rotschenkel
Sandregenpfeifer
Haubentaucher im Nest
Donnerstag, 30. Juni
In Friedrichstadt, gegründet Anfang des 17. Jahrhunderts vom Herzog Friedrch III, fallen einem gleich die Häuser im holländischen Stil auf, dazu die Grachten, die das Stadtbild durchziehen. Dieser
Eindruck kommt nicht von ungefähr - für die Gründung von Friedrichstadt holte Friedrich nämlich Holländer in die Stadt, die in ihrer Heimat aufgrund ihrer religiösen Orientierung verfolgt wurden.
Diese Remonstranten prägten von nun an das Leben der Stadt. Der Stadtgrundriß mit rechtwinkligen Straßen und die Häuser mit den nach vorn geneigten Treppengiebeln geben ein beredtes Zeugnis des
Gestaltungswillens der Einwanderer ab. Auch Menschen anderer Konfessionen zogen hierher: Menschen jüdischen Glaubens, Mennoniten und Katholiken lebten hier einträchtig nebeneinander. Wir bummeln
durch die Straßen und Gassen und entdecken auch noch eine kleine Arbeitersiedlung aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts, die im offiziellen Stadtrundgang leider nicht vorkommt.
Giebelhäuser am Markt
Prachtbau
Gracht
Remonstrantenkirche
Arbeitersiedlung
Freitag, 1. Juli
Der Stellplatz in Bremerhaven liegt eingegrünt zwischen zwei Schleusen. Hinter dem Deich ist die Wesermündung. Viel zentraler kann man nicht stehen. Etwas geschafft sind wir nach langwieriger Fahrt
hier angekommen: Besonders der unfreiwillige Aufenthalt in Glücksstadt vor der Fähre über die Elbe hat etwas genervt. Wir richten uns ein und fahren mit den Fahrrädern noch zum Fischereihafen.
Mittlerweile hat sich hier eine Gastro-Szene mit dem Schwerpunkt „Fisch“ entwickelt, die viele Menschen, besonders auch Touristen anzieht. Sicherlich ein neues solides Standbein für die vom
Strukturwandel gebeutelte Stadt.
Stellplatz zwischen den Scleusen
Fischereihafen
Weserfähre am Fährhafen
Wesermündung
Samstag, 2. Juli
Heute Morgen sind wir mit Tobi und Astrid verabredet. Die beiden wohnen jetzt mit Emma, Astrids Tochter, seit einem Jahr in Bremerhaven. Wir fahren gemeinsam nach Dorum, wo die Eltern von Astrid
einen Wohnwagen am Watt stehen haben. Es ist wunderschönes Wetter, wir genießen den Nachmittag und als das Wasser sich zurück zieht, gehen Astrid, Annemarie und Tobi noch ins Wasser. Am Abend treffen
wir uns noch mit Birgit und Jens, wir gehen dann alle gemeinsam essen.
Leuchtturm von Dorum
Drei im Watt
Sonntag, 3. Juli
Heute besuchen wir das Klima Haus von Bremerhaven. Gut aufbereitet werden die Gefahren des Klimawandels auf breiter Faktengrundlage dargestellt. Zur Illustration der unterschiedlichen Situationen in
den unterschiedlichen Regionen, werden verschiedene Länder entlang des Längengrades von Bremerhaven vorgestellt.